32. Jahreshauptversammlung des Bundes der Lebensmittelmeister
in Auer / Ora, Bozen (Südtirol)
bei bestem Spätherbstwetter fand vom 06. bis 09. November unsere diesjährige Jahreshauptversammlung statt. 47 Mitglieder, Ehren- und Fördermitglieder inkl. Begleitpersonen trafen sich in Auer in Südtirol für ein großartiges Programm, welches unser Mitglied Alex Pernstich für uns zusammengestellt hat
Donnerstag, 06.11.2025
Fast alle Teilnehmer der diesjährigen JHV trafen sich bereits am Donnerstag in der Villa Groff, unserem Hotel für das Wochenende.
Gemeinsam ging es dann um ca. 18:30 Uhr Richtung Pizzeria Aura, etwa 10 Minuten Fußläufig vom Hotel.
Die Stimmung war gut und alle freuten sich, alte Bekannte und Freunde wieder zu treffen. Bei leckerer Pizza aus dem Holzofen sind alle wieder schnell in Gespräche eingetaucht, was sich seit dem letzten Treffen privat und beruflich getan hat.
Unser Vorstand Dieter, René und Stefan begrüßten die Teilnehmer zusammen mit unserem Mitglied Alex. Es war schön zu sehen, dass so viele Mitglieder der Einladung gefolgt sind. Die Vorfreude auf das Wochenende war von allen Seiten zu spüren.
Freitag, 07.11.2025
Gleich nach dem Frühstück haben wir Fahrgemeinschaften gebildet und haben uns auf den Weg nach Leifers zur Firma VOG gemacht. Der Verband Südtiroler Obstgenossenschaften gehört zwei Südtiroler Erzeugerorganisationen und 17 Obstgenossenschaften. Hierbei wird auf einer Anbaufläche von über 20.000 Hektar, von über 6.000 Obstbauern integrierter und biologischer Obstanbau betrieben. Damit werden rund 26% der gesamten italienischen Apfelernte bei VOG in Leifers zu hochwertigen Produkten verarbeitet, wovon sich die Teilnehmer direkt überzeugen konnten.
Alex hat uns in einer kurzen Präsentation seinen Arbeitgeber, die produzierten Produkte und die unterschiedlichen Verfahren dazu vorgestellt, bevor wir in drei Gruppen das Werk selbst besichtigen konnten.
Ein herzliches Dankschön an dieser Stelle an Alex, seine Kollegen sowie den Verantwortlichen, dass man uns so herzlich empfangen, und uns einen so tiefen Einblick in das Werk gegeben hat.
Nach einer kleinen Stärkung ging es dann mit dem nächsten Programmpunkt weiter. Die Fahrgemeinschaften machten sich auf den Weg nach Bozen zur Firma Mila.
Bei Mila erwartet uns diesmal eine virtuelle Führung durch den Betrieb. Die Firma hat im Zuge der Corona-Pandemie entschieden, keine „normalen“ Führungen im Betrieb mehr durchzuführen. Dies ist zum einen den hohen Qualitätsanforderungen geschuldet, zum anderen dem begrenzten Platz im Werk selbst.
Dieser Umstand war zwar für die Teilnehmer nachvollziehbar, aber auch etwas schade; das richtige Feeling einer Betriebsbesichtigung war damit leider nicht gegeben.
Im Zuge der Präsentation haben wir erfahren, dass Mila eine Genossenschaft aus über 2.000 Bauern ist, die sowohl Eigentümer als auch Lieferanten sind. Im Werk in Bozen arbeiten etwa 240 Mitarbeiter, um die täglich frisch angelieferte Milch zu verschiedenen Produkten weiter zu verarbeiten.
24 Sammelwagen sind täglich unterwegs, um die beiden Werke in Bozen und Brunek mit der frischen Milch zu beliefern. Es werden ca. 140 verschiedene Produkte hergestellt. Hiervon konnten sich die Teilnehmer in einer kleinen Verkostungsrunde überzeugen.
Nach einem kurzen Stop im Hauseigenen Shop sind die Fahrgemeinschaften nach und nach wieder nach Auer ins Hotel zurückgefahren. Hier hatten die Teilnehmer etwas Zeit für sich.
Zum Abendessen ging es dann zum Lexnhof. Hier erwartete uns mit dem Törggelen ein südtiroler Brauch aus der Herbstzeit. Ursprünglich wurden hier traditionelle Gerichte und neue Weine von den Winzern verkostet.
Zur Vorspeise erwartete uns Gerst- und Kürbissuppe gefolgt von Käsenockern und Kartoffelschlutzer mit Wildspinat. Den Hauptgang machte dann eine Schlachtplatte mit Knödeln und gebratenen Rippen mit Erdäpfelplattlen. Als Nachtisch wurden uns Bauernkrapfen und Kastanien serviert.
Samstag, 08.11.2025
Am Samstag nach dem Frühstück ging es für die Mitglieder wieder nach Leifers zur Firma VOG, wo wir die diesjährige Hauptversammlung veranstaltet haben.
Unser Vorstand Dieter begrüßte die anwesenden Mitglieder, Förder- und Ehrenmitglieder, die der Einladung zur JHV gefolgt sind. Los ging es mit dem obligatorischen Feststellen der ordnungsgemäßen Einberufung und der Beschlussfähigkeit der Versammlung
Im Anschluss daran, hat unser Geschäftsführer Stefan die Präsentation übernommen. Los ging es mit der Mitgliederentwicklung. Seit der letzten JHV haben wir 11 neue Mitglieder dazu gewonnen; 4 Mitglieder sind aus dem Verein ausgetreten. Aktuell haben wir damit 211 ordentliche Mitglieder. Dazu kommen noch unsere 3 Ehrenmitglieder und 10 Fördermitglieder, womit wir einen Stand von 224 Mitgliedern haben. Als aktueller Lehrgangsleiter für den Kurs zum geprüften Industriemeister Fachrichtung Lebensmittel ist Herr Heinrich Egerer selbst zwar kein Meister, wurde aber durch seine Lehrtätigkeit nach Beschluss des Vorstandes als Mitglied in den Verein mit aufgenommen. Ihm und den anderen Neumitgliedern ein herzliches Willkommen im Verein!
Weiter ging es mit den Finanzen des Vereins, den Rückblick auf die Vergangene JHV, Aktivitäten des Vorstandes und auf die weiteren Vorhaben im Jahre 2026 sowie die Wahl des neuen Vorstandes. Da sich niemand mit Ausnahme des aktiven Vorstandes für die Posten des 1. Und 2. Vorstands zu Wahl stellte, wurden diese auch einstimmig wiedergewählt.
Nach einer kurzen Pause ging es mit dem diesjährigen Vortragsprogramm weiter.
Den Anfang machte diesmal unser Fördermitglied Bizerba. Herr Jürgen Rusch und Herr Christoph Dopplinger stellten die Firma und verschiedene Produktlösungen aus dem Haus vor. Das 1866 gegründete Familienunternehmen aus Balingen bietet ganzheitliche Lösungen für die Bereiche Schneiden, Wiegen, Auszeichnen und Inspizieren - von Hard- und Software über Apps und Cloud-Services bis hin zu Etiketten, Verbrauchsmaterialien und umfassenden
Serviceleistungen.
Bizerba ist in über 120 Ländern aktiv und betreibt Produktionsstätte unter anderem in Deutschland, Österreich und Italien. Weltweit sind ca. 4.500 Mitarbeiter für das Unternehmen beschäftigt. Jürgen und Christoph haben uns auf einer virtuellen Tour, durch den „Ausstellungsraum“ von Bizerba geführt und uns verschiedene Lösungen und Produkte vorgestellt.
Weiter machte Herr Daniel Geck von unserem neuen Fördermitglied Asiral.
Gegründet 1987 mit dem Hauptsitz in Neustadt an der Weinstraße hat sich Asiral zu einem der führenden deutschen Unternehmen auf dem Gebiet der professionellen Reinigung und Desinfektion etabliert. In Saarbrücken gibt es eine weitere Produktionsstätte für Etikettier- und Verpackungsklebstoffe.
Daniel hat uns in seiner Präsentation das neue Pure XF Chlordioxidsystem vorgestellt. Durch die Abtrennung unerwünschter Nebenprodukte wie Chlorid, Chlorat, Perchlorat und überschüssige Säure ist das Pure XF Verfahren das sauberste am Markt. Die reine und pH-neutrale Pure XF Chlordioxidlösung kann auf verschiedene Anwendungen wie Trinkwasserbehandlung, CIP-Anlagen, Kühltürme und viele weitere eingesetzt werden. Das Pure XF Verfahren ist Trinkwasser zugelassen, bietet eine korrosionsfreie Desinfektion und hat neben dem geringen Rohstoffverbrauch viele weitere Vorteile. Schaum- und Hygienetechnik sind weitere Angebote aus dem Hause Asiral.
Den Abschluss des Vortragsprogramms machte Dr. Peter Schropp. Die ehemaligen Doemens Absolventen dürften den passionierten Wasser- und Fruchtsaftsommelier noch aus ihrer Meisterschulzeit kennen.
Mit „einem Streifzug von der Herkunft bis zur Herstellung und sensorischen Vielfalt sortenreiner Apfelsäfte“ führte uns Peter durch das Thema „Apfelsaft - mehr als nur gepresste Frucht“.
Peter ist in seinem Vortrag durch verschiedene Zeitepochen gewandert. Viele Kulturen haben den Apfel mal als „das Böse“ (vom lat. malus) wie beispielsweise in der Bibel, mal als Symbol herrschaftlicher Macht wie beim Reichsapfel interpretiert.
Die Teilnehmer bekamen dann die ersten beiden Säfte zur Verkostung.
Der erste war ein Saft aus der Apfelsorte „Jonagold“, einer Sorte des Kulturapfels Malus domestica, der 1943 an der Cornell University gezüchtet wurde. Charakteristisch für den Saft ist sein helles, fast durchsichtiges Strohgelb. Er hat reife Birnenaromen, eine leicht nussige Note, eine verhaltene Säure und dominante Süße.
Der zweite Saft war aus der Sorte „Schöner von Boskoop“. Dieser Saft hat eine kräftige Trübung mit intensiver gelber Farbe. Spätreife, dickschalige Äpfel mit Nuancen von Apfellaub, Anis und Zitronenzesten prägen das Aroma mit knackiger Säure und herber Frische.
Erst ca. 100 vor Christus kam der Apfel mit römischen Feldzügen nach Mittel- und Nordeuropa. Ursprünglich stammt er aus Kasachstan und kam zuerst über die Seidenstraße nach Süd- und Osteuropa. Heute ist China mit nahezu 50% der Welternte an Äpfeln der größte Produzent. In der EU sind Polen, Italien, Frankreich und Deutschland die größten Produzenten. Südtirol hat dabei das größte geschlossene Apfelanbaugebiet in der EU.
Weiter ging es mit einem Saft aus der Sorte „Weirouge“ (roter Mond). Der Saft hat ein intensives leuchtendes Rot. Er hat ein fruchtiges Bukett aus roter Johannisbeere, Kirsche und Rhabarber; wirkt am Gaumen leicht adstringierend und ist sehr säurebetont.
„An apple a day keeps the doctor away!“ ein Spruch den jeder schon einmal gehört hat, ist auch wissenschaftlich nachweisbar. Äpfel enthalten wichtige Vitamine - unter anderem Provitamin A, Vitamin B1, B2 und B6, sehr viel Vitamin C, Vitamin E sowie Niacin und Folsäure. Das Apfelpektin wirkt sich nicht nur positiv auf die Darmflora aus, sondern kann laut einer Studie auch positiv auf den Cholesterinspiegel wirken. Katechine sorgen nach Angaben des Fachprotals „gesundheit.de" dafür, dass Apfelesser weniger an Bronchial- und Lungenkrankheiten leiden. Und Flavonoide und Carotinoide schützen die Zellen im Körper vor freien Radikalen und senken das Krebsrisiko.
Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich bei den Referenten für die Vorträge und die kleinen Geschenke bedanken! Auch ein herzliches Dankschön an Horst Hofmann für die Produkte der Firma Kühne.
Last but not least möchten wir uns bei Alex Pernstich bedanken. Er hat ein echt großartiges Programm für uns auf die Beine gestellt. Auch für die Möglichkeit VOG zu besichtigen und die JHV in den Räumen abhalten zu können, vielen Dank!
Weiter ging es mit der Gruppe zunächst zum Hotel. Nach einem kurzen Zwischenstopp sind wir gemeinsam zum Bahnhof gelaufen um von dort den Zug nach Bozen zu nehmen, wo der nächste Tagespunkt auf dem Plan stand.
Am Waltherplatz trafen wir uns mit den Begleitpersonen zum Start für die Stadtführung durch Südtirols Landeshauptstadt Bozen.
Bei der Führung durch viele kleine und verwinkelte Gassen konnten die Teilnehmer viel interessantes über die Stadt erfahren. Auch ein Besuch des Doms Maria Himmelfahrt war mit im Programm.
Für die Teilnehmer gab es nach der Stadtführung noch die Möglichkeit die Stadt auf eigene Faust zu erkunden oder einkaufen zu gehen.
Mit dem Bus ging es dann weiter nach Kaltern, wo wir das Abendessen in einem Biergarten eingeplant haben.
Beim Abendessen konnten die Teilnehmer das Wochenende gemütlich Revue passieren lassen.
Sonntag, 09.11.2025
Nach dem Frühstück haben sich die meisten Mitglieder wieder auf den Heimweg gemacht; wobei manche die Gelegenheit genutzt haben, um noch ein paar Tage in Südtirol zu genießen. Der Vorstand hat vor der Abreise noch eine kurze Besprechung abgehalten und bereits mit den ersten Vorbereitungen für die JHV 2026 begonnen. Auch die Aufgabenverteilung im Vorstand wurde kurz besprochen, mehr Infos dazu bekommt ihr dann in den nächsten Newslettern.
Wir möchten uns bei allen Teilnehmern und Helfern bedanken, die diese Jahreshauptversammlung wieder zu einem unvergesslichen Treffen gemacht haben. Wir freuen uns darauf, euch im neuen Jahr in Nürnberg wieder zu sehen!
Es grüßt euch, Euer Vorstand
Die Einladung zur diesjährigen JHV in Nürnberg ist raus, wir freuen uns wieder über Zahlreiche Teilnehmer.